Es fällt schwer, der Corona-Krise angesichts ihrer dramatischen Folgen irgendetwas Positives abzugewinnen; unleugbar bringt sie jedoch auch Fakten ans Tageslicht, die ansonsten unbeleuchtet geblieben wären. Dazu gehört nicht zuletzt das Überdenken der ständig steigenden Billigimporte aus China, ob im privaten Bereich oder im gewerblichen Warenverkehr bis hin zu industriellen Gütern: Was zunächst wirtschaftlich sinnvoll erscheint, erweist sich auf Zeit nicht selten als fataler Fehler.

Aktuell zeigt sich das auch durch die Probleme beim Bau der neuen Leverkusener Rhein-Brücke an der A1, wo in China gefertigte Stahlbauteile offenbar so mangelhaft sind, dass die Fertigstellung massiv verzögert und möglicherweise deutlich teurer wird als geplant (siehe Bericht des Kölner Stadtanzeigers vom 17.04.2020).

Die AfD-Landtagsfraktion NRW hat nun für die nächste Sitzung des Verkehrsausschusses am 13. Mai 2020 einen Berichtswunsch formuliert, der 13 – für die Landesregierung eher unangenehme – Fragen stellt.

Andreas Keith, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion, fasst zusammen:

“Der voraussichtliche Stillstand beim Neubau der Leverkusener Rhein-Brücke könnte sich als Spitze eines Eisbergs aus wirtschaftlichen, Umwelt- und verkehrspolitischen Fehlentscheidungen der Landesregierung und ihrer Vorgänger erweisen. NRW hatte immer den anerkannt weltbesten Stahl – doch dank mehr als fragwürdiger Entscheidungen sorgt Billigstahl aus China nicht nur für eine Kostenexplosion noch unbekannten Ausmaßes, sondern auch für ein anhaltendes Verkehrschaos an einem der wichtigsten Knotenpunkte des Landes. Solchem Irrsinn muss Einhalt geboten werden!”

Glücklicherweise fand die PM Resonanz und wurde über den dpa-Ticker weit verbreitet.

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© Raimond Spekking & Elke Wetzig / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Rheinbrücke Leverkusen, Blick von Rheinkassel, Köln