In Leverkusen werden derzeit die steigenden Infektionszahlen mit Covid-19 zum Anlass genommen, noch schärfere Zwangmaßnahmen und Verbote ins Auge zu fassen. Die Realschule am Stadtpark wurde am 5. Oktober gleich ganz geschlossen, weil eine Lehrerin und ein Schüler positiv getestet wurden. Auch in der Marienschule in Opladen wurde zeitweise wieder auf “Fernunterricht” umgestellt.
Dabei weisen inzwischen immer mehr renommierte Experten darauf hin, dass steigende Infektionszahlen alleine gar nichts über die aktuelle Gefährlichkeit und Belastung des Gesundheitssystems durch Covid-19 aussagen. So zum Beispiel auch der Chef-Virologe der Universität Bonn, Prof. Dr. Hendrik Streeck.
Die Belegung von Krankenhaus- und Intensivbetten mit Corona-Patienten ist seit Monaten anhaltend niedrig, ebenso die Anzahl der Todesfälle. Die Sterblichkeitsrate durch das Virus beträgt laut Heinsburg-Studie von Prof. Streeck 0,37 %. Insgesamt habe man laut Streeck in Deutschland derzeit eine völlig normale Sterblichkeitsrate.
Bei der Hitzewelle 2018 und bei der Grippewelle 2017 habe man sehr viel deutlicher eine Übersterblichkeit gesehen. “Wir haben es mit einem ernstzunehmenden Virus zu tun, aber wir dürfen dieses Virus nicht mehr überdramatisieren.” Man werde zudem auf Jahrzehnte mit diesem neuen Virus leben müssen, auch eine Impfung würde ihn wahrscheinlich nicht verschwinden lassen.
Deshalb sei das Gebot der Stunde, nicht weiter Panik zu schüren und überzureagieren, sondern eine Rückkehr zu einer “neuen Normalität”. Vorschnelle Schulschließungen und weitere Einschränkungen in unserem Alltag zielen aber genau auf das Gegenteil ab.